In einfachen Worten gesprochen ist ECM (Electro Chemical Machining) ein Verfahren, das es ermöglicht, Metalle gezielt und gesteuert zu lösen.

Etwas ausführlicher steht ECM für einen elektrochemischen Bearbeitungsprozess, der das Prinzip der anodischen Auflösung des zu bearbeitenden
Werkstücks nutzt und das in einem elektrisch leitenden Medium, dem sog. Elektrolyt. Den Grundstein zu diesem Verfahren legten bereits im Jahr
1832 die Faraday’schen Gesetze. Mittels ECM können hohe Abtragraten ohne Werkzeugelektrodenverschleiß erreicht werden. Das Verfahren findet
verbreitete Anwendung beim Polieren von Metalloberflächen, beim Entgraten und beim Senkbearbeiten von Metallteilen.

ECM ermöglicht die Bearbeitung nahezu aller metallischen Werkstoffe, unabhängig von ihrer Härte. Ausnahmen bilden lediglich einige Hart- und
Edelmetalle. Aufgrund ihrer verfahrensspezifischen Vorteile fand die ECM-Technik schnell Verbreitung und wird heute in sehr vielen Produktions-
bereichen, wie zum Beispiel im Automobilbau, der Medizintechnik, der Wehrtechnik, der Flugzeugindustrie, bei der Herstellung von Strömungs-
maschinen, Schlag- und Stanzwerkzeugen, sowie vielen anderen Bereichen eingesetzt.

Beim ECM werden geometrisch hochkomplexe Formen erzeugt, die mit herkömmlichen spanenden Fertigungsverfahren nur sehr schwer oder
gar nicht gefertigt werden können. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass die gefertigten Oberflächenstrukturen in der Randzone unbeschädigt bleiben.

Deutsch